Ernstnehmung

Was heisst das für mich?

 

In meinem ganzen Leben musste ich erfahren dass ich nicht ernst genommen wurde. Besonders als Kind als ich missbraucht und misshandelt wurde.

 

Als Kind war es nicht leicht, denn die Erwachsenen hatten das Wort und entschieden was wahr war oder nicht und ich selbst hatte nichts zu sagen.

 

Es kam vor, dass ich so starke Körperschmerzen hatte. Als ich sah, dass das Sagen nichts nutzte verkroch ich mich jedes Mal in eine dunkle Ecke wo mich niemand sah und wartete bis meine Schmerzen, mein Leid vorbei gingen.

 

Es hat mir auch nie jemand gefragt ob etwas nicht stimmte. Zum Glück, denn ich hatte immer Angst noch dazu geschlagen zu werden oder man sagte mir ich sei selber schuld.

 

Heute bin ich erwachsen. Ich weiss zwar, dass ich von aussen Hilfe erhalte, wenn ich dies möchte.

 

Ich musste vor nicht langer Zeit erfahren, dass ich bei einigen Ärzten nicht ernst genommen wurde, trotz der starken Schmerzen, für sie war dies eine Bagatelle.

 

Der Zufall wollte, dass ich jemanden zum Arzt begleiten musste. Während zweier Tage fragte ich mich immer wieder soll ich dies sagen oder nicht. Ist das nur Einbildung oder wirklich wahr. So entschied ich mich zu wehren und meldete dies dem Arzt. Er hat mich sofort ernst genommen und zu einem Spezialisten geschickt.

 

Ich war sehr froh, dass es doch Ärzte gibt die mich ernst nehmen. Er fand, dass ich sobald als möglich zu einem Spezialisten komme. Er selber hat einen Termin genommen damit ich nicht mehr zu lange warten musste.

 

Unterdessen geht es mir wieder besser und ich bin froh, dass ich den schweren Schritt gemacht habe den Arzt zu wechseln.

 

Mit der Geschichte möchte ich zeigen, dass ich als Opfer es schwer habe diesbezüglich eine Entscheidung zu treffen, da ich immer wieder in die Vergangenheit gezogen werde.

 

Es ist ein plötzlicher Sog der mich nimmt. Ich muss dann stark dagegen kämpfen, dass ich nicht zu tief hinein gezogen werde, sonst bin ich wieder in einem Teufelskreis, wo ich das Gefühl habe er würde nie enden.

 

Zum Glück habe ich Personen gefunden die mich während der Verarbeitung sehr gut begleiten, und ich immer wieder aus diesem Teufelskreis rauskomme.

 

Das einzige was ich schade finde ist, dass ich als Opfer vom Kanton oder Staat zuwenig finanzielle Unterstützung erhalte. Ich weiss, dass ich ja einen guten Verdienst habe, aber ich kann ja nichts dafür, dass mir dies in der Kindheit geschehen ist.

 

Will ich auf meinem Lebensweg zu Recht kommen geht dies auf meine eigene Rechnung. Eigentlich sollten diese die Kosten übernehmen und nicht das Opfer.

 

 

 

 

                                                                                                      Bericht eines Mitgliedes