Hilfe annehmen!! Was heisst das für mich!

Ich bin im Säuglingsalter in ein Kinderheim gekommen und aufgewachsen. Familienleben für mich ist ein Fremdwort. Geschenke die nur mir alleine gehörten kannte ich nicht. Genau dies wurde für mich zum Verhängnis.

 

Als ich vom Kindergarten heim wollte, damals war ich 5 Jahre alt, traf ich einen netten Mann, der mir ein Geschenk geben wollte, ich solle mitkommen. Für mich war das was ich mir schon lange wünschte, etwas für mich ganz alleine, nur für mich, so ging ich mit und so begann mein Leidensweg. Ich zog mich von der Aussenwelt zurück und so wurde ich immer einsamer, das Vertrauen, Selbstwertgefühl, alles war verloren. Ich fühle mich immer als schwarzes Schaf.

 

Vor 8 Jahren traf ich eine Therapeutin. Der Körperschmerz war so gross, dass ich ihre Hilfe annahm, aber mit Skepsis. Wieso soll plötzlich jemand da sein der helfen will? Bis jetzt war es allen gleich was mit mir geschehen ist und geschah. Ein ganzes Jahr brauchte ich bis ich ihr vertrauen konnte und mit der Zeit die Hilfe annehmen konnte. Vor ca. 4 Jahren den Anlauf zu einer Selbsthilfegruppe. Da ist es sehr schwer über mich persönlich zu reden, denn ich habe nur gelernt zu schweigen und machen was die anderen befahlen und von jammern war gar nicht die Rede, vergessen wenn du Schmerzen hattest. Warten bis dies vorbei ging … weißt ihr was das heisst?

 

Vor 2 Jahren konnte ich verschiedene Hilfe annehmen. Momentan einen Psychiater, eine Therapeutin für die Schmerzen, eine Therapeutin für die Körpertherapie. Dies wird kombiniert, so dass ich 2 x wöchentliche Unterstützung habe, plus die Selbsthilfegruppe und der Hausarzt wo ich anklopfen kann wenn eine schwierige Zeit zu verarbeiten ist. Zum Glück verdiene ich gut, denn dies ist sehr kostspielig, da ein grosser Teil auf mein Konto geht.

 

Von aussen höre ich viel, „vergiss es einfach und lebe“. Dies ist nicht ein Schmerz der mit Tabletten einfach so weg geht. Diese Schmerzen, Wunden brauchen viel Zeit, Geduld, Kraft, Energie, Hilfe von verständnisvollen Menschen die dich verstehen und bereit sind mitzuhelfen und dich zu begleiten.

 

Am Schlimmsten ist es wenn ich von den Medien etwas mitbekomme.

 

Ich werde immer sternsverrückt, wenn solche Täter noch geschützt werden oder das Gericht findet er sei unzurechnungsfähig usw. Auf diese bin ich allergisch.

 

Es wird dann eine Therapie verordnet oder die Täter erhalten eine Strafe und werden wieder frei. Wir sind nicht einmal geschützt von solchen Tätern. Wir Opfer, was geschieht mit uns!!!

 

Da fragt sich niemand, entweder hat man die Kraft dies zu verarbeiten, mit therapeutischer Hilfe, für uns ist das ein harter, sehr harter Weg, oder man gibt sich auf, fällt in die Einsamkeit, die vielleicht auch das Leben opfert damit es ein Ende gibt.

 

Zum Glück gibt es verständnisvolle Leute die Hilfe anbieten und sich Geduld und Zeit nehmen, bis wir Opfer das Vertrauen gewinnen um dann diese Hilfe annehmen zu können.

 

Schön, dass es Freunde gibt, die für dich da sind, wenn du dein Herz erleichtern willst.

 

                                                           eine Vereinsmitgliederin